Afrika: Neuer Impuls für den Unternehmersgeist

Erfahrungen der Gemeinschaft in der Demokratischen Republik Kongo.

Von Emanuela Maria Cavaleri*

Emanuela_Cavaleri_ridAus "WiG - Una cultura nuova" n.35 -- Spezialbeilage der italienischen Città Nuova, 11. Juni 2012

WiG ist kein Fremdwort mehr, besonders in einigen Gebieten Afrikas. Im Kongo, mit seinen ständigen politischen Turbulenzen, kommt noch die schwierige Wirtschaftslage hinzu (2011 belegte der Kongo den letzten Platz der UNO-Staaten angesichts seiner schlechten humanitären Situation: Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 280 US-Dollar).
Die WiG-Idee kam 1991 hierher, doch es gab noch keine klare Vorstellung von den möglichen ökonomischen Auswirkungen. „Besonders die Umsetzung war unklar“, erklärt Corneille Kibimbwa, eine der lokalen Verantwortlichen der WiG. Die Vorschläge, wie man neue Unternehmen gründet, waren vor allem aus Mangel an Finanzmitteln schwer umzusetzen.

Trotzdem wurde im Januar 2011 die WiG-Pan Afrikanische Schulung in Nairobi organisiert. Es war für alle ein neuer Aufwind: das Bedürfnis, die Ideale der WiG erneut zu entdecken, war der Anstoß für etliche Unternehmensgründungen.

2011 war ebenfalls ein großartiges Jahr für die Verbreitung der WiG-Ideen im Kongo. Um beide Aspekte zu koordinieren, wurde die lokale WiG Kommission damit beauftragt – zusammen mit der AECOM (Gesellschaft für die WiG), die auch vom Staat rechtlich anerkannt ist –, die Ideen der WiG im ganzen Land zu verbreiten und insbesondere neue Unternehmer auszubilden.

Das erste Treffen fand im August 2011 statt: mit 10 schon aktiven Unternehmern und 15 anderen, die dabei waren einen n35_pag_8-9_Congo__01_ridBetrieb zu gründen. Damit begann ein monatliches Austausch- und Schulungstreffen, bei dem alle Unternehmensgründer von den erfahrenen Unternehmern begleitet werden. So entstanden im Kongo schon verschiedene neue Aktivitäten, vor allem kleine Familienbetriebe: eine Schubkarrenvermietung, ein Seifenhersteller, andere verkaufen gebrauchtes Elektromaterial, ein kleiner Laden für den alltäglichen Bedarf in einem Armenviertel von Kinshasa entstand. Zur WiG stießen auch einige ältere Betriebe: etwa ein Gesundheitsbüro in Kinshasa und ein Kleinbetrieb einer Frau, die sich sogar ohne Geld als Zwischenhändlerin für den Brotvertrieb etablieren konnte, indem sie zum Start das Produkt selbst als Kredit aufnahm.

Dies hat nicht nur die Lebensqualität der jeweiligen Kernfamilie verbessert. Durch das Teilen ihres Profits helfen diese WiG-Unternehmen im Kongo die Armutssituation anderer zu lindern, wie die von Martine. Ein Anfangsbetrag half ihr, die Miete zu bezahlen, für die medizinischen Kosten, für die sie ständig das Geld finden muss, aufzukommen und gleichzeitig ihre beiden kleinen Mädchen groß zu ziehen. Aus dem Geist der Gegenseitigkeit heraus wollte dann auch Martine sich selbständig machen, und begann Fisch zu verkaufen. Nun kann sie für ihre eigenen Kosten aufkommen und sogar ärmeren Familien in der Nachbarschaft helfen.

n35_pag_8-9_Congo__05_ridDie positiven Erfahrungen von 2011 ermutigten die AECOM und auch die kongolesische WiG schaute mit Optimismus in die Zukunft. So planten sie weitere Veranstaltungen zur Verbreitung der WiG. Es fanden Ende März diesen Jahres zwei Seminare in den Städten Goma und Bukavon statt mit über 300 Teilnehmern, während Cornelle Kibimbwa und Gibbi Tshinoka von der lokalen WiG Kommission vom 26. April bis 3. Mai in Lubumbashi, der zweitgrößten Stadt Kongos (2000 km südöstlich von Kinshasa) neun WiG-Konferenzen abhielten: In verschiedenen Zentren, Universitäten und Kulturzentren, bei Unternehmungsberatungen und auch beim Zusammentreffen der regionalen Fokolar-Gemeinschaft. Über 400 Menschen nahmen am diesen Treffen teil, 70 Prozent davon junge Leute unter 25. Man war beeindruckt über die vielen, verantwortungsbewussten Leute: Über 90% hinterließen ihre persönlichen Eindrücke vor allem mit dem ausdrücklichen Wunsch, die WiG besser kennenlernen zu dürfen. Etliche baten, doch mehr solcher Veranstaltungen zu organisieren und wieder andere haben sich entschieden, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Bei der WiG-Vorstellung hatten wir uns entschieden, mit der Praxis anzufangen“, erzählt Corneille Kibimbwa. „Zudem haben wir die Präsentation jeweils an die Leute angepasst, die wir vor uns hatten. Das war in jedem Umfeld anders. Wir wollten nicht nur Informationen weitergeben, sondern vor allem Gründungsideen hervorbringen und neue Akteure für die WiG gewinnen.“  In den kommenden Monaten wird man weitere Präsentationen der WiG vorbereiten: diesmal vor allem für Unternehmer und potenzielle Unternehmer in der Stadt Kinshasa und Kikwit-Idiofa.
An der Universität des Kongo mit Sitz in Kinshasa sind einige Konferenzen geplant zum Thema: „WiG, das neue Paradigma für die Entwicklung des Kongo.“ Es scheint wirklich die „Stunde der WiG im Kongo“ zu sein…

* Emanuela Maria Cavaleri schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema: “Erfahrungen der Zivilökonomie im Afrika der Sub-Sahara: Das Projekt der Wirtschaft in Gemeinschaft.“

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