Eine echte Bank für Entwicklung

Interview mit der Privatbank-Inhaberin und WiG-Akteurin Teresa Ganzon, Dozentin an der 2. WiG- Summer School.

Von Ana Moreno Marín

tessganzonTeresa Ganzon, Sie sind CEO der Bangko Kabayan, die als Bank für ländliche Entwicklung über 10.000 Kleinbetriebe auf den Philippinen unterstützt. Wie funktioniert das?

Die Landwirtschaft wächst bei uns dank der ganz kleinen, kleinen und mittelgroßen Betriebe. Wir verstehen uns als Partner bei ihrer Entwicklung. Unser Service gilt diesem wichtigen Sektor mit immer noch sehr vielen Unternehmern und Landwirten, die von den großen Handelsbanken nicht erreicht werden.

Wie geht ihr mit dem fehlenden Eigenkapital eines Teils Eurer Kunden um, wenn es um einen Kredit oder ein Unternehmensprojekt geht?

Die wesentlichen Ressourcen suchen wir in den Kunden selbst: Ihre Leidenschaft für die Geschäftsidee, ihre Sachkenntnis und ihr Gespür für sich bietende Gelegenheiten… Anders gesagt, ihr Unternehmergeist und ihre erwiesene Fähigkeit, auch bei Schwierigkeiten durchzuhalten. Von da aus können wir das Fehlen materieller Ressourcen kompensieren durch Gewährung von Gründungskapital, durch Einsetzen von Anspargeld und jetzt auch durch Mikro-Versicherungen.

Was sind die wichtigsten Herausforderungen für die Gründung einer WiG-Firma?

Ein WiG-Unternehmer muss sich, wie jeder Unternehmer, jeder Herausforderung stellen, die an ihn gestellt wird, und darüber hinaus noch Gemeinschaft herstellen. Dieses Engagement bedeutet, dass die Mitarbeiter, die Leitung und die Dorfgemeinschaft am Ende nicht nur „zufrieden“ sein sollen, sondern richtig „begeistert“. Dafür müssen wir höhe Kosten ansetzen für die Bildung „neuer Menschen“. Was eine große Herausforderung darstellt: Die Geschäfte effizient und erfolgreich voranbringen ohne dabei die Liebe zum Einzelnen aus den Augen zu verlieren, die Fürsorglichkeit und Teilnahme als grundlegende Werte.

Worin besteht der Beitrag von Ländern wie den Philippinen, in denen große Armut herrscht?

Menschen, die mit Hilfe einer kleinen Unterstützung ihre verzweifelte Situation, ihr Elend oder ihre Abhängigkeit verändern können, leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Wirtschaft. Sie bieten eine Quelle reicher Erfahrung und Inspiration, denn sie zeigen plastisch, wieweit das Miteinander in einer brüderlichen Beziehung mit den Bedürftigen geht und hilft, die Armut zu überwinden.
 
Warum spielen Ihrer Meinung nach die jungen Leute beim Aufbau einer neuen Wirtschaftsweise eine große Rolle?

Die Jugend ist die Zukunft, sie bildet die Gesellschaft von morgen. Wenn unter ihnen keine Veränderung passiert, wird das Elend in der Welt weiter wachsen und es kommt zu einer Explosion, die uns alle zerstören kann.

Sie werden sehr stark beschäftigt sein. Wie kommt es, dass sie Zeit finden für die zweite WiG-Sumer-School?

Ich habe ja selbst als junges Mädchen von einer besseren Welt geträumt, von einer gerechteren Wirtschaft. Dann habe ich entdeckt, dass sich das in der WiG realisieren lässt. Ich durfte das als Unternehmerin umsetzen und neue Erfahrungen sammeln. Daher spüre ich einen starken Drang, es vor allem den jungen Leuten mitzuteilen. Ich wünsche ihnen, dass sie die Hoffnung nicht verlieren – wie auch ich sie nie verloren habe -, und möchte durch diese Schulung beweisen, dass sie auch durch ihren aktiven Beitrag die Welt verbessern können.

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