SOPHIA - Weisheit, die verbindet

Deutsche Sozialethiker besuchen die neue Universität in Loppiano

120627_Loppiano_Sophia_01_ridVom 26. bis 28. Juni 2012 waren die WiG-Freunde Prof. Peter Schallenberg und Dr. Arnd Küppers (Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle der dt. Bischofskonferenz in Mönchengladbach - KSZ) und Dr. Peter Klasvogt (Sozialinstitut Kommende des Erzbistums Paderborn in Dortmund) mit Winfried Baetz-Braunias und Hermann-Josef Benning (deutsche WiG-Kommission) zu Gast bei Professoren des neuen interdisziplinären Instituts SOPHIA in der Fokolar-Siedlung Loppiano/Florenz, "Stadt der Geschwisterlichkeit".

Universitätspräsident Prof. Piero Coda stellte die 2009 eröffnete SOPHIA als internationales Projekt in Wissenschaft, Forschung und Studium vor, das auf einer neuen Erkenntnismethode beruht. Zentral sei das Erlernen einer dialogischen Wissenschaft, in der 120627_Loppiano_Sophia_04_ridsich jeder Beitrag als Gabe innerhalb eines zwischenmenschlichen Beziehungsprozesses versteht. "Auf diese Weise entstehen neue Perspektiven für die Inter- und Transdisziplinarität", wie der Philosoph und Epistemologe Prof. Sergio Rondinara erläuterte.

Bis zu 80 Studenten aus aller Welt absolvieren gleichzeitig eine Kombination aus Masterstudium und Lebenspraxis in Gemeinschaft, mit staatlichen anerkannten Abschlüssen im Kontext des Bologna-Prozesses. Die ersten Dissertationen aus Theologie und Philosophie sind bereits veröffentlicht, laufende Doktorarbeiten befassen sich mit Themen aus den Kommunikations-, Sozial- und Wirtschaftswissen-schaften, wie der belgische Soziologe Prof. Bernhard Callebaut berichtete. Das Institut verfügt bereits über eine ansehnliche Bibliothek, die in kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll mit den wichtigsten Originalwerke internationaler Wissenschaftler und Denker, u.a. durch weitere Schenkungen.

120627_Loppiano_Sophia_03_ridIm Dialog mit Dr. Küppers (Experte für Soziale Markwirtschaft) und Prof. Schallenberg (Moraltheologe in Paderborn) und Dr. Klasvogt (Kommende Dortmund) betonte der Ökonom der SOPHIA Prof. Luigino Bruni (Volkswirt) die Notwendigkeit einer gemeinsamen Weiterentwicklung der bestehenden ethischen Ansätze hin zu einer gemeinschaftszentrierten Wirtschaftsweise. In welchem Maße die Grundhaltungen der Gegenseitigkeit, Gratuität und business correctness die betriebliche Entwicklung bereichern können, wurde sichtbar bei Begegnungen mit Akteuren im WiG-Gewerbepark Lionello Bonfanti. Die Teilnehmer besichtigten u.a. die poliklinische Ambulanz Risana mit einem Stamm von 5000 Patienten aus der Region und die innovative Umweltberatungs- und Installationsfirma Enertech, die mit Energiesparprojekten in den Bereichen Haus- und Fahrzeugtechnik, auch in Zusammenarbeit mit deutschen und französischen Firmen neue Märkte erschließt.

Von ganz besonderem Interesse waren auch die Erfahrungen der WiG im kriegsgebeutelten Kongo, über die 120627_Loppiano_Sophia_05_riddie deutsche Theologin Dr. Monika Maria Wolf berichtete. 25 Jahre auf dem afrikanischen Kontinent haben ihr gezeigt, wie wichtig die Kenntnis und Einbeziehung der Landeskultur gerade für den Erfolg von Entwicklungsprojekten für die Ärmsten ist. Ihr von der WiG unterstütztes Versorgungs- und Bildungsprojekt Petite Flamme hat sie zu der Erkenntnis geführt, dass z.B. europäisches Demokratieverständnis in Afrika nicht übertragbar ist.

Die Begegnungen mit den unterschiedlichen Gesprächspartnern aus Loppiano machten das Konzept der Geschwisterlichkeit in ihrer gelebten Praxis deutlich. So formulierte es Dr. Küppers: "Ich habe jetzt besser verstanden, weil ich ein Bild vor mir habe."

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