Prof. Luigino Bruni beim "Boxenstopp" in Ausgburg

Der römische Wirtschaftsprofessor Luigino Bruni zu Gast beim „Boxenstop“ in Augsburg.

Veröffentlicht in fokolar-bewegung.de

The Box 01 ridEs begann mit der Vorstellung seines Buches, das in deutscher Sprache unter dem Titel „Zivilökonomie“ im Ferndinand Schöningh-Verlag erschienen ist. Doch dann ließ sich der 1966 in Italien geborene Wirtschaftler schnell packen vom typischen inoffiziellen Flair der Box (ein 2012 eröffnetes Mini-Gewerbezentrum mit zwei Unternehmen, die der "Wirtschaft in Gemeinschaft" angeschlossen sind) und sprach frei aus dem Herzen über das, was ihn leidenschaftlich bewegt.

Geld macht nicht glücklich, aber man braucht es“ – dieser etwas abgegriffene Slogan könnte mit einer Akzentverschiebung auch heißen: Geld braucht man, aber glücklich macht es nicht.

Damit nähern wir uns dem lebhaften Abend des 3. Juli, der in der „Box“ (das dreistöckige Gebäude mit etwa 1000 Quadratmeter Bürofläche sieht aus wie eine Schachtel mit einem leicht geöffneten Deckel, daher der Name des Mini-Gewerbezentrums in der Werner-Heisenberg-Straße in Augsburg) etwa 50 Menschen zusammenführte, die dicht gedrängt dem italienischen Wirtschaftler zuhörten.

Luigino Bruni ist internationaler Koordinator der „Wirtschaft in Gemeinschaft“, 140703 Boxenstop 02einer Initiative der Fokolar-Bewegung. Er warnte mit großer Leidenschaft davor, Glück auf Wohlstand einzugrenzen. Glücklich könne ein Mensch nur dann sein, wenn die Beziehungen in seinem Umfeld stimmten. Und gerade der immer härtere Arbeitsalltag verhindere oft die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen. Hier ginge es darum, sich zur Wehr zu setzen und die Zeit für Beziehungen nicht dem immer stärkeren Streben nach wirtschaftlichem Wohlstand zu opfern und zu glauben, das wäre der Schlüssel zum ersehnten Glück.

Natürlich gibt es dafür keine Patentlösungen, zumal ja auch nicht immer wachsender wirtschaftlicher Wohlstand in Frage steht, sondern das Überleben eines Betriebes in der gegenwärtigen Krisensituation. Doch es war der leidenschaftliche Warnschuss eines Experten, der auf der einen Seite Einblick hat in die Vor- und Nachteile wirtschaftlicher Systeme, auf der anderen Seite die weltweiten Erfahrungen der Betriebe der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ kennt, in denen man sich um gute Beziehungen auch zur Konkurrenz bemüht.

140703 Boxenstop 01 ridMenschliche Gemeinschaft - so Bruni -müsse immer den Faktor „Zerbrechlichkeit“ einkalkulieren. Auch wenn man selbst bereit sei, sich auf den anderen einzustellen, die eigenen Bedürfnisse und Ziele hintanzustellen, könne man den Teil des anderen nie steuern oder gar erwarten. Und die Möglichkeit, einander zu verletzen, sich in der Beziehung auch Schaden zuzufügen, sei nie auszuschließen.

Christine Hüttl, die zusammen mit ihrem Mann Thomas und zehn Angestellten die Haus- und Immobilienverwaltung „Contecta“ mit 2.500 Wohnungen betreibt, - einer der Betriebe der Box - hat gute und schlechte Zeiten erlebt. Sie berichtet von Angestellten, die die Firma verlassen haben, weil sie woanders mehr verdienen konnten, die aber dann zurückkehrten um der hier gelebten Beziehungen willen.

Das Prinzip des Co-Workings ist inzwischen verbreitet, doch in der Box geht man weiter: Jeden Freitag treffen sich in den hellen, freundlichen Räumen etwa zehn Unternehmer und Betriebsleiter zum gemeinsamen Frühstück. Dabei lesen sie miteinander das Tagesevangelium und tauschen sich über das Leben in der Firma aus. Alle drei Monate wird die Box geöffnet für andere Unternehmer, Kunden, Lieferanten und alle, 140703 Boxenstop 03die an diesem neuen Projekt von betrieblicher Kultur interessiert sind. Dazu werden Experten aus verschiedenen Bereichen eingeladen, deren Wissen und Erfahrung relevant und nützlich sein könnten.

Dazu Thomas Hüttl: „Getreu unserem Hausmotto OUTSIDE THE BOX heißt diese Veranstaltungsreihe „Boxenstopp“ – also sich mal rausnehmen aus dem täglichen ’Im-Kreis-rumfahren’, mal rechts ranfahren, parken und über Dinge nachdenken, die vielleicht sogar wichtiger sind, als die tägliche Arbeit.

Übrigens: die Betriebe der Box sind offen für neue Mieter: im Gebäude ist noch Platz und außerhalb viel Fläche für Erweiterungen.

 

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