4.-9. Februar 2013: WiG-Mission in Serbien

Chancen und Herausforderungen mit neuen Wirtschaftsaktivitäten gegen die Armut

Von Cristina Viano und Leo Andringa

130204-10_Serbia_02_ridEine wahre WiG-Mission fand Anfang Februar in den serbischen Regionen Wojwodina und Belgrad statt. Ziel der Mission: Unternehmer und in die WiG einbezogene Familien näher kennenzulernen. Die Besucherdelegation bestand aus Rudi und Minka Fabian (WiG-Verantw. Südosteuropa), Leo Andringa (WiG-Zentralkommission) mit Frau Anneke, Marta Pancheva (Bulgarien, - sie schrieb ihre Doktorarbeit am Univ.-Institut Sophia UIS /Loppiano über „Der Markt: Zwischen sozialer Ausgrenzung und produktiver Inklusion“),- dann Jenah Debbaneh (Syrien) und Cristina Viano (Italien) - die beiden Jungforscherinnen am UIS untersuchen die Wirkungen von WiG-Initiativen auf die Armut,- sowie Santa Molè, (Italien), verantwortlich für Entwicklungszusammenarbeit der ital. Botschaft in Belgrad und interessiert an einer Vertiefung ihrer WiG-Kenntnisse und der zugrundeliegenden Kultur des Gebens.

Die WiG-Unternehmen. Sie konzentrieren sich in Serbien in der Region Wojwodina – keine große Zahl, aber mit unterschiedlichsten Erfahrungen 130204-10_Serbia_01_ridund typisch für eine Gesellschaft mit noch starker Gemeinschaft vor Ort, allerdings geprägt von hoher Arbeitslosigkeit, mageren Agrarerträgen und fehlender Dienstleistungspalette. Es sind zum einen Handwerksbetriebe, die seit Beginn die WiG-Gewinnteilung praktiziert haben und bei denen heute Innovationen in der Produktion anstehen, zum anderen junge Leute, die Labors und Ladenlokale eröffnen wollen, Futtermittelerzeuger, die mangels Gewinn ihre Naturalien mit den Bedürftigen teilen, und schließlich Unternehmer, die ihre Entscheidung für eine teilweise Gewinnteilung zugunsten der WiG verbindet: wie der kleine Betrieb, der Kundenkredite ermöglicht, die statt auf Zinsen auf Vertrauen basieren; wie die größere Gesellschaft, der es um ein Ausbalancieren von Wachstum, Rücksicht auf die Ortsgemeinde und Erhalt von Arbeitsplätzen geht; wie der Fabrikdirektor, der als Alleineigentümer trotzdem nach den WiG-Prinzipien  vorgeht…

130204-10_Serbia_06_ridDie Adressaten der Gewinnteilung. Bedeutsam auf dieser Rundreise war die Begegnung mit Menschen und Situationen, die von der WiG-Gewinnteilung profitieren: Ein Mittagstisch für Kinder, ein Caritaszentrum mit Freizeitangeboten für Kinder, Familien und Senioren… Vor allem Einzelne sind bereit, von ihren Erfahrungen zu berichten: Familien, die die Ausbildungskosten für ihre Kinder nicht tragen können, Alte, die sich keine medizinische Kur leisten können, Vater und Mutter, die trotz beider Arbeit mit zwei Kindern in einem winzigen Bau aus Sperrmüll-Material hausen müssen, die aber trotz ihres materiellen Elends mit Würde und Offenheit auf ihre Mitmenschen zugehen…

Der gesellschaftliche Beitrag der WiG in Serbien. Es zeigte sich deutlich, dass dieses auf der Kultur des Gebens beruhende Wirtschaftsmodell immer 130204-10_Serbia_04_ridmehr Menschen anzieht und als gültige Lösung anerkannt wird, bis hin zum grundsätzlichen Überdenken des sozio-ökonomischen Systems. Den WiG-Betrieben ist jedoch klar, dass es vor allem um Innovation und vorrausschauende Veränderung geht, wobei neben Entwicklungsinvestitionen die Kosten angesichts des künftigen EU-Beitritts der Balkanstaaten nicht unerheblich sind. Entscheidend ist in diesem Prozess die Rolle der jungen Generation, zumal der Jugendlichen, die sich von den WiG-Idealen angesprochen fühlen und Kompetenz besitzen in Fragen der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, der Umwelt, des Marketing, Projektdurchführung, Buchhaltung bis hin auch zu den Führungslinien für WiG-Betriebe. Letztere müssen studiert und im Detail ausprobiert werden mit Bezug auf den jeweiligen örtlichen und betrieblichen Zusammenhang, um den benachbarten Unternehmen konkrete Hilfestellung zu geben – da könnte Serbien eine Vorreiterrolle übernehmen – wie auch der internationalen WiG-Kommission. Diese drei bis fünf jungen Leute heranbilden, die es vor Ort mit dieser Kompetenz gibt, das wäre der abschließende Vorschlag dieser WiG-Mission: So würden für einige neue Arbeitsplätze entstehen, sie würden sich am WiG-Geschehen beteiligen und solchen Betrieben helfen, die einen allgemeinen oder speziellen Beratungsbedarf  für Innovationen haben.

Am Schluss kam ein anderer wichtiger Aspekt nicht zu kurz: der Dialog mit der serbisch-orthodoxen Kirche, genauer mit dem Institut für die Untersuchung des Dialogs zwischen Kultur und Christentum in Person von Bojana Bursac: Aus dieser Begegnung könnte in naher Zukunft eine Tagung mit den orthodoxen Serben erwachsen und neue Horizonte des Dialogs eröffnen…

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