Eine „Explosion von Gemeinschaft“

Die Kommissionen der WiG aus aller Welt im Gewerbepark Lionello

Von Antonella Ferrucci

120923_Commissioni_Edc_Cristina_05Am Abend des 25. September endete die Zusammenkunft der internationalen WiG-Kommissionen in Loppiano, die im Anschluss des wirtschaftskulturellen Innovationskongresses „Loppiano Lab“ stattgefunden hatte. Für die Vertreter aus 22 Länder-Kommissionen war es zunächst eine Freude zusammen zu sein und ein wirkliches Fest des tiefen Austauschs unter allen: „außergewöhnlich“ und eine „echte Explosion von Gemeinschaft“, „ein wahres Fest“.

Kennzeichnend war die Teilnahme von elf afrikanischen Kommissionsvertretern. Sie hatten für jedes andere Land ein Geschenk mitgebracht  mit einer tieferen Bedeutung und beeindruckten durch ihre Frische,  Positivität und Konkretheit. Diese „Neuigkeit“ gab dem Treffen eine bedeutende Farbe.

Da die Kommissionen sich seit April 2010 nicht mehr getroffen hatten, gab es umfangreichen Gesprächsbedarf: 120923_Commissioni_Edc_Africa_01 die verschiedenen Aspekte der WiG, Führung eines WiG-Unternehmens, Überarbeitung der WiG-Richtlinien, praktische Probleme mit gesetzlichen Rahmenbedingungen einzelner Länder bis hin zur Gewinnverteilung durch die WiG-Betriebe. Hinzu kamen Fragen zu den vielfältigen Einladungen durch Universitäten, Kirchen und der Zivilgesellschaft, die WiG vorzustellen.

120923_Commissioni_Edc_Ernest_02Sehr aktiv war die Präsenz der jungen Kommissionsmitglieder aus Brasilien, Argentinien Portugal, Italien und Ungarn und eine Bestätigung wie wichtig es ist, die WiG und die Jugend seit 2011 voranzubringen. Es fand seinen Ausdruck in den verschiedenen WiG-Schulungen in aller Welt, zumal die europäische Summer School in Portugal. Am augenscheinlichsten sind die Ziele, die man in Afrika erreicht hat, insbesondere im Kongo: von der Neuentdeckung der WiG während der Panafrikanischen Schulung im Januar 2011 zu einer groß angelegten Verbreitung im ganzen Land war der Weg recht kurz: Hunderte von Personen kamen in Kontakt und als Konsequenz wurden viele neue Betriebe aufgestellt.

Am Ende fasste Luigino Bruni zusammen, was die Aufgabe der WiG-Kommissionen ist: „Mit den WiG Unternehmern 120923_Commissioni_Edc_Francia_03 in Kontakt zu bleiben und sie persönlich zu begleiten,  durch den persönlichen Kontakt, durch Austausch, „damit niemand an uns umsonst vorbeigeht“.  Oft steht hinter einer verpassten Gewinnabgabe eines Unternehmens eine Schwierigkeit, eine Krise, die die Kommission mitbegleiten sollte. „Es muss für alle möglich sein, sich regelmäßig zu treffen, vorzugsweise an einem Ort und wohin auch neue Unternehmer eingeladen werden können, damit sie von diesem Ansatz und Projekt erfahren.“

Man sollte wieder regelmäßige Schulungen für die Unternehmer anbieten: „Chiara Lubich hat uns diese Schulungen in 2001 anvertraut während des Kongresses: ‘Neue Horizonte für die WiG‘. Sie zeigte auch eine ganz einfache Programmform auf:  ein Thema zum Geist der WiG, ein weiteren Vortrag zur Umsetzung in die betriebliche Praxis und dazu Erfahrungen aus den Unternehmen ohne dass wir dazu unbedingt Experten hinzuholen. Wenn wir nicht von uns aus die WiG entwickeln,  wird nichts Neues entstehen. Natürlich müssen wir weiter studieren und uns informiert halten.“

Wir brauchen eine größere Kreativität, um neue WiG-Projekte zu starten: „ Die WiG hat das besondere Talent einer unternehmerischen Solidarität, der Kommunion, die die Armut bekämpfen möchte, und kann deswegen neue Unternehmen und Arbeitsplätze schaffen: das wäre weder dem Projekt der Fokolar-Familien „Adoptionen auf Entfernung“  möglich, noch den vielen hervorragenden Sozialprojekten. Wir brauchen neue Bedürftigen-Projekte, aber sie werden Kommissionen noch zu wenig vorgeschlagen. Man muss ein Netzwerk aufbauen, Partnerschaften eingehen von Betrieben untereinander, mit  Betriebe der verschiedenen Länder, die das Gleiche oder ähnliche Dienstleistungen anbieten oder Produkte herstellen. Nur so wird es möglich sein,120923_Commissioni_Edc_POrtogallo_04 dass die Erfahrung sich gegenseitig zu Gute kommt“.

Wir müssen die WiG verbreiten, auch wenn wir noch im Aufbau sind: „Selbst wenn wir wenige und klein sind, müssen wir jeder Einladung über die WiG zu sprechen folgen, 120923_Commissioni_Edc_Bandiere_Polo_06denn in diesem Saal könnte gerade die Person sitzen, die darin ihre Berufung entdeckt und dieses Projekt in unserer Nation voranbringen könnte! Diese „Verkündigung“ wirkt weit über das hinaus, was wir sagen und tun. Es ist die Aufgabe der Kommissionen, die WiG anzukündigen - nicht die Zivilökonomie, die eine einfacher zu erklärende Laienberufung ist,– sonst werden wir über die Jahre unsere Identität verlieren. Den Kommissionen ist die WiG anvertraut, sie ist das Herz des ganzen Projektes, während man für die Zivilökonomie das Charisma der Geschwisterlichkeit von Chiara Lubich nicht unbedingt braucht.“

Austausch und Begegnung in der Wahrheit, so könnte man die zweieinhalb Tage zusammenfassen. Vertreten waren die USA, Brasilien, Argentinien, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Irland, Italien, Kroatien, Serbien, Ungarn, Rumänien, Polen, Deutschland, Österreich, Angola, Kamerun, Elfenbeinküste, Kongo, Uganda und die Philippinen.

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