WiG – „Zusammen fischen gehen“

 Zweiter WiG-Intensivkurs der ostafrikanischen Universität CUEA abgeschlossen

Von Simona Di Ciaccio

120716-28_Nairobi_Cuea_10_ridNairobi, 28. Juli 2012    „Die WiG ist ein Gefährt für die menschliche Entwicklung in Afrika“, so fasste ein Student die Studientage an der Katholischen Universität für Ostafrika (CUEA) in Nairobi zusammen. Die elf Studenten der Betriebswirtschaft kamen aus Kenia, Tansania und Uganda. Extra aus dem Kamerun waren drei Dozenten der Universität von Buea gekommen. Sie wollten die WiG-Themen vertiefen, die sie in ihre eigenen Kursangebote einbauen möchten.

Das sehr kompakte zweiwöchige Programm des zweiten Kurs-Moduls der WiG begann mit den Lektionen von Vittorio Pelligra. Als Dozentin der zweiten Woche hatte ich persönlich etwas gezögert, diese Lektionen zu halten, weil ich mir der großen Herausforderung bewusst war, der afrikanischen Jugend zu erklären, was wirtschaftliche Entwicklung  ist.  Gleichzeitig hat man als Dozent eine große Chance, in ihnen die Leidenschaft für die Wirtschaft und ein Verantwortungsbewusstsein  zu wecken. Was dann geschah, hatten wir so nicht erwartet. Die Beteiligung an den Lektionen war von Anfang an sehr rege und konstruktiv.  Die Studenten waren begeistert, alle konnten das eigentliche Ziel der WiG nachvollziehen, “die menschlichen Beziehungsdimension ins Wirtschaftshandeln zu integrieren, Entwicklung zu erleichtern und zu fördern und Gerechtigkeit  anzustreben“, wie einer sagte, oder ein anderer: „Nicht nur Menschen zu helfen, sondern echte und gerechte soziale Beziehungen zu knüpfen.

Am Ende des Kurses hat jeder Teilnehmer in kurz das herausgestellt, was er von diesen zwei Wochen  des Zusammenlebens  mitnahm und jeder bekundete öffentlich seine Selbstverpflichtung für die Zukunft.

Diese Zeugnisse spiegelten vor allem wieder, was man zusammen erlebt hatte. In der typischen Ausdrucksweise des afrikanischen Volkes sagte zum Beispiel ein Student, das Ziel der WiG sei es nicht, einen Fisch zu verschenken, nicht einmal jemanden anzulernen, wie man fischt, sondern zusammen fischen zu gehen.

„Der Kurs hat mir gezeigt, dass es möglich ist, die menschliche Entwicklung voranzubringen und die Kluft zwischen Armen und Reichen zu schließen. Die WiG weist einen anthropologischen Ansatz von Beziehungen  auf,120716-28_Nairobi_Cuea_14_rid wo man der Ungerechtigkeit in den wirtschaftlichen Tätigkeiten dadurch entgegentritt, dass man die  Reichtümer so verteilt, wie es die ersten Christen taten. Die WiG unterstreicht das universelle Prinzip ‚des Gebens‘, des Teilens und der Gegenseitigkeit. Die Kultur des Gebens, die die WiG vorschlägt, ist nichtzu verwechseln mit dem Almosengeben, wo sich der Bedürftige als Objekt des Mitleids wiederfindet.“

 „Die Armut hat viele Dimensionen,  nicht nur die materiellen Güter, da ist auch die psychologische Ebene, die man viel schwerer messen kann, die aber nicht weniger wichtig ist: zum Beispiel die Erfahrung von Scham und Demütigung. Um der Armut ein Ende zu setzen, muss man die Güter gerecht verteilen. Dies ist aber nur möglich in einer Umgebung, wo man die Kultur des Teilens lebt und ein starker Sinn für die andere Person herrscht und für Ungerechtigkeiten. Schließlich kam Chiara Lubich die Idee der WiG in den Sinn beim Anblick der Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich, die durch die von Baracken umgebenen Wolkenkratzer in Brasilien sichtbar ist.

Wir Protagonisten und Zeugen der WiG müssen die Speerspitze sein und ihre Werte überall verbreiten. Wir müssen dabei helfen den Blick auf gerechte und dauerhafte Veränderungen zu lenken. Wir müssen Bildungswege schaffen, um die Einstellung zu ändern. Vor allem in Afrika müssen wir andere in diesen Entscheidungsprozess mit einbeziehen und sie an signifikanten Projekten mitarbeiten lassen, um nicht zuletzt die Lebensqualität  aller zu verbessern. Dies ist schließlich die Bedeutung von Entwicklung, fähig zu sein, weitreichende Entscheidungen zu treffen.“

Auch der Moment, in dem jeder öffentlich  seinen Entschluss für sein künftiges Engagement bekannte, war ein bewegender Moment für mich als Zuhörerin. Ein Student sagte, dass er seine Arbeit über die WiG schreiben möchte und alles dafür einsetzen wird, damit permanent ein Kurs über die WiG an der CUEA angeboten wird. Nach seinem Abschluss möchte er an der Universität Sophia studieren und fängt schon an italienisch zu lernen und ein Stipendium zu suchen.

120716-28_Nairobi_Cuea_12_ridZwei junge Männer, diplomiert in  EDV und  Betriebswirtschaft, haben sich entschlossen zusammen eine Firma zu gründen,  eine online Werbeagentur. Sie möchten in ihrer Firmenphilosophie festschreiben, dass ein Teil des Profites für Stipendien investiert werden muss für junge Leute wie sie, damit auch andere studieren können. So werden mehr Jugendlichen in die Arbeitswelt integriert werden und können ihrerseits etwas für andere tun. So könnten sie einen „ethischen Kreislauf“ der Entwicklung in Gang bringen.

Einige haben sich auch entschieden eine Gruppe von Studenten der WiG an der CUEA zu gründen. Dafür möchten sie ein Online-Netz aufbauen,  um den Austausch von Ideen und Erfahrungen unter allen Studenten voranzubringen, die letztes Jahr mit dem WiG-Kurs angefangen haben.

Wir wissen von zwei Teilnehmern, die 2011 sofort ihre Produktionsideen umgesetzt haben: eine kleine Ziegelsteinbrennerei und ein Verkauf von Motoren aus zweiter Hand. Es wäre nützlich ihre Erfahrungen zu hören und davon zu lernen.

Entwicklung ist eine Verpflichtung und wir möchten Initiatoren dieser  Veränderung werden“, mit diesen Worten fasste ein Jugendlicher aus Tansania den Eindruck aller zusammen, was es bedeutet ein Gefühl für Verantwortung zu haben im Hinblick auf Familie, Gemeinde und das eigene Land. 

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