Kroatien: Ein Neustart mit Schwung

Ergebnis des WiG-Kommissionen-Treffens Osteuropas in der Fokolar-Siedlung Faro: 2013 eine WiG-Summer-School für junge Leute und 2014 ein großer WiG-Europa-Kongress

Die jungen Teilnehmer: „Die nächsten 20 Jahre gehören uns“

von Gina Perkov

120204-05_Faro12_Tavernetta_ridFroh und bereichert durch den allseitigen Austausch reisten die Teilnehmer des erweiterten Treffens der WiG-Komissionen Osteuropas aus der kroatischen Mariapolisiedlung Faro (60 km von Zagreb) ab, wo sie sich vom 4./5. Februar versammelt hatten.

Prof. Luigino Bruni hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass dieser „Weg der Gemeinschaft“ kein Leichtes sei, WiG sei eine Berufung, die man nicht ohne ständige Fortbildung dauerhaft leben könne.

So findet denn auch 2013 in Faro eine Summer School für junge Leute statt und 2014 ein WiG-Kongress für ganz Europa. Bis dahin muss jedes Land an der Vertiefung und Ausbreitung von Gemeinschaft in der Wirtschaft weiter arbeiten: „Ich fühle mich wie neu, voller Hoffnung, Glaube und Liebe“, sagte Eva aus Ungarn am Schluss und sprach damit vielen anderen aus dem Herzen.

Samstagnachmittag nach der Gruppenarbeit arbeitete Luigino Bruni in einer Fragerunde die Eigenschaften des WiG-Unternehmers heraus. 120204-05_Faro07_Esterna_ridAusgangspunkt war die Erfahrung eines rumänischen Unternehmers, der 70 vom 150 Mitarbeitern entlassen musste, dem es aber gelungen war, mit allen einen optimalen Kontakt zu pflegen. Der WiG-Unternehmer…

- ist Unternehmer, sonst gehört er nicht zur WiG. Klassische Eigenschaften des Unternehmers sind Innovation, Neigung zum Risiko und die Fähigkeit mit Unsicherheit umzugehen;

- hat eine Berufung, d.h. er hat an einem bestimmten Tag und Ort einen Ruf verspürt: „Komm und folge mir!“ und er muss das Gefühl haben, dass die eigene Berufung sich in der Wirtschaft verwirklicht;

- führt ein inneres Leben, ob gläubig oder nicht – doch muss er ein inneres Leben haben, ein Gespür für seine innere Stimme (griech. daimon); er ist ein Mensch mit einer eigenen Spiritualität;

- ihm reicht die Welt der Wirtschaft nicht, so wie sie ist, er will sie verändern. Er gibt sich nicht damit zufrieden, und was er sieht, macht ihn unruhig. Er ist wenig glücklich damit, manchmal regt er sich so darüber auf, dass ihn der Mut verlässt. Der WiG-Unternehmer ist kein beliebiger Unternehmer sondern ein Animateur für eine andere Wirtschaftskultur: Er glaubt an eine andere Wirtschaftform und lebt sie.

120204-05_Faro13_Luigino_Minka_rid- hat eine besondere Liebe für die Bedürftigen. Er sieht sie nicht als „arme Hunde“, sondern er bevorzugt die Armen, denn er ist selbst an erster arm, da er seinen Besitz teilt;

- ist ein Erbauer der Gemeinschaft, ein Bruder, nicht nur ein „Vater“. Und da er häufig großartiger, intelligenter, kreativer ist, findet er oft nur schwer Beziehungen mit Gleichen und bleibt allein. Der WiG-Unternehmer baut die Gemeinschaft auf, ist einer, der ganz einfach etwas macht;

- er beweist durch sein Leben, dass es darüber hinaus etwas mehr gibt, das man nicht mit dem Auge sieht: dieses Mehr erkennt man weniger daran, dass er allem entsagt, sondern dass er seine Güter mit anderen teilt. Er oder sie ist ein Mensch der Seligpreisungen, sanftmütig, reinen Herzens, stiftet Frieden und entscheidet sich für Gerechtigkeit…

Am Sonntagvormittag vertiefte man einen weiteren Pfeiler der WiG: die Armut: Chiara Lubich hat immer darauf hingewiesen, dass die WiG für die Bedürftigen entstanden ist, als Verwirklichung der Worte aus der Apostelgeschichte „niemand unter ihnen litt Not“. Ziel der WiG ist es, zu demonstrieren, wie es zumindest in kleinerem Rahmen möglich ist, eine Plage der Menschheit zu heilen, die Armut. In sich ist sie kein Skandal, sie wird es erst in Beziehung zum Reichtum. Es ist eine unfreiwillige Armut, die durch die „Pflege“ der Beziehung miteinander geheilt wird, bevor es ums Geld geht. Die WiG macht uns klar, dass der größte Reichtum die Beziehungen unter den Menschen ist.

Die WiG wächst als ein lebendiger Leib, eine Realität, die im letzten Jahr um 43 WiG-Betriebe gewachsen ist:  120204-05_Faro14_Gruppo_ridGestärkt durch die miteinander gelebte Erfahrung reisten die Teilnehmer ab mit dem Bewusstsein, dass es nicht nötig ist, große Dinge zu tun, sondern unsere kleinen Lebenserfahrungen im Alltag in dieses großes Projekt einzubringen.

Eine Bestätigung dafür waren die Kleinsten, die Gen4, Kinder der Fokolaresiedlung Faro, die am Schluss des Treffens allen erzählten, wie sie die WiG durch ihre Aktionen für die Armen leben. Und es fehlte auch nicht eine Präsentation des Welt-Genfestes der Jugendlichen, das dieses Jahr in Budapest stattfindet.

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