Wirtschaft des Gebens statt des Nehmens

WiG-Tagung der Fokolar-Bewegung propagiert neuen Unternehmertypus

von Winfried Baetz-Braunias

ottmaring24. – 26. Juni 2011
Begegnungszentrum
Ottmaring

Eichenstr. 31,
86316 Friedberg, Germania

Ob Finanzhai, feindlicher Übernehmer oder gnadenloser Manager, die Globalisierung hat einen rücksichtlosen Typ Wirtschaftsakteur gebildet, dessen nie dagewesene Dimensionen der Erfolgs- und Gewinngier vielen Betrieben, Anlegern und Mitarbeitern schaden, am meisten den Armen der Welt.

sieheProgramm

Doch dass die Globalisierung die Chance für nie dagewesene Solidarität bietet, ist die Erfahrung der Unternehmer und Führungskräfte Freunde der internationalen Fokolar-Bewegung: Ihr Ansatz der „Wirtschaft in Gemeinschaft (WiG)“ startete vor 20 Jahren in Brasilien und setzt neben das Gewinnziel das Gemeinwohl: Die WiG verbucht jede solidarische Investition bewusst auf einem Erfolgskonto, und propagiert einen Paradigmenwechsel von der Barbarei des Nehmens zur Kultur des Gebens, die sich auf den Umgangsstil mit den Mitarbeitern genauso auswirkt wie auf die Verteilung des Unternehmergewinns: ein Teil geht in Hilfsprojekte der Armut.

Zum Erfahrungsaustausch auf dem 1. deutschlandweiten Kongress laden die WiG-Unternehmer in Deutschland alle Akteure und Interessenten,ottmaring2 Unternehmer, Arbeitnehmer, Führungskräfte, Verbraucher, Anleger, Wirtschaftsexperten und Studenten (24.-26. Juni Fokolare-Begegnungszentrum Ottmaring bei Augsburg). In seinem Festvortrag „Ohne Unentgeltlichkeit keine Gerechtigkeit“ legt der Paderborner Theologe und Wirtschaftsethiker Prof. Dr. Peter Schallenberg dar, wie die Ideen der WiG sich sogar schon in Enzyklika „Caritas in Veritate“ Bendekts XVI. niedergeschlagen haben.

Mit der globalen Armut im Visier ist aus der Inspiration der Fokolare-Gründerin Chiara Lubich ein weltweiter Ansatz geworden. Seit 1991 haben sich viele Menschen und fast 800 Betriebe weltweit auf diesen urchristlichen Weg gemacht: Neun Gewerbeparks in den internationalen Modellsiedlungen der Fokolar-Bewegung, hunderte Projekte und wissenschaftliche Studien wurden realisiert, manches ist im Experimentierstadium. Ein solch radikaler betriebswirtschaftlicher Ansatz braucht Zeit für Entwicklung, Reflexion, Präzisierung und vor allem: ein Training im gemeinschaftlichen Denken.

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