Glückliches 2016 zum 25-jährigen WiG-Jubiläum

Im Jahr 2016 feiert die Wirtschaft in Gemeinschaft (WiG) ihr 25-jähriges Jubiläum, also sozusagen ihre „Silberhocheit“. Wo liegt im Augenblick der Schwerpunkt des Engagements und was ist den beteiligten Unternehmerinnen und Unternehmern zu wünschen? Das haben wir Luigino Bruni gefragt, den Koordinator der WiG auf internationaler Ebene.

Von Antonella Ferrucci

2016 wird die WiG 25 Jahre alt. Wie wird das gefeiert?

Logo edc 25 anni rid

Vor allem mit großer Freude! Wir sind froh, dass die WiG lebendig und in diesen 25 Jahren gewachsen ist. Ein Mensch, der seinen 25. Geburtstag feiert, ist in die Welt der Erwachsenen eingetreten, er steht in der Regel mitten im Berufsleben. Für eine weltweite gemeinschaftliche Initiative sind 25 Jahre nur eine Etappe auf einem langen Weg. Das zeigt aber auch, dass wir es hier mit einer dauerhaften Realität zu tun haben, die eine Zukunft hat. Das ist kein Strohfeuer, sondern wir haben eine Scheune mit einem Vorrat, der wärmt und nährt.

Gibt es einen Aspekt, der Dir im Zusammenhang mit dem 25-jährigen besonders am Herzen liegt?

Ja, sogar mindestens drei! Der erste sind die Armen, die Bedürftigen. Und dieses „erste“ bezeichnet auch den Platz, den sie in meinem Herzen haben. Ich werde nie all die Male vergessen, bei denen Chiara Lubich während unserer gemeinsamen Arbeit sagte: „Luigino, studiere, ja studiere nur, aber vergiss nie, dass ich die Wirtschaft in Gemeinschaft für die Armen ins Leben gerufen habe“. In einer Zeit, in der der Kapitalismus,Luigino Bruni AD 2015 rid der immer mehr einer echten heidnischen Religion ähnelt, die Armen vergisst und immer mehr eingenommen ist von einem Kult des Verdienens und der Effiziens, da ist es unsere ethische und geistliche Aufgabe als Wirtschaft in Gemeinschaft, die Armut und die Ausgeschlossenen wieder ins Zentrum des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Systems zu rücken. Die Gesellschaft eines Volkes misst sich an den Bedingungen, in denen diejenigen leben, die auf der untersten Stufe stehen, an ihren Rechten, an ihrer tatsächlichen Freiheit. Die Wirtschaft in Gemeinschaft kam auf die Erde, um vor allem eine Antwort zu geben auf den Schrei nach Gerechtigkeit und Freiheit seitens der Armen. Die Unternehmer und alle, die sich in der WiG engagieren, haben diesen Schrei immer gehört und sich bemüht, eine Antwort darauf zu geben. 
Und dieses Jahr, wenn wir 25 Jahre WiG feiern, dann müssen wir alle Gelegenheiten nutzen, um diese Option für die Armen wieder an die erste Stelle zu rücken.
Sicher: Gute Unternehmen zu schaffen, das ist für dieses Ziel (eine Welt ohne Not) eine gutes Mittel. Aber wir wissen aus der Geschichte: Es kann passieren, dass das Mittel zum eigentlichen Ziel wird.

Und was sind die anderen beiden Aspekte?

Sao Paulo 2015 rid

Der zweite Aspekt sind die Unternehmerinnen und Unternehmer. Nach 25 Jahren seit dem Beginn der WiG ist Kontinuität sicher wichtig, aber wir stehen auch vor einem Generationen-Wechsel. Noch immer besteht die tragende Basis aus jenen Hunderten von Unternehmern, die damals, 1991, auf diesen Vorschlag eingegangen sind. Diese „Gründerväter und Gründermütter“ sind noch immer mehr als notwendig und wesentlich, doch das reicht nicht, wenn wir auch die „goldene Hochzeit“ erreichen wollen. Es ist dringend notwendig, dass sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer der WiG anschließen und ihre Begeisterung, ihre Jugend, ihre Kreativität einbringen.
Deshalb versteht man vielleicht, dass der dritte Aspekt, der mir besonders wichtig ist, die Jugendlichen sind. Die Jugendlichen sind die Gegenwart, nicht nur die Zukunft! Durch sie wird alles schöner, fröhlicher, fruchtbarer. In diesen letzten Jahren haben wir mit den Jugendlichen einen Weg begonnen, der Früchte trägt und für 2016 werden wir unsere Kräfte dafür investieren, dass weltweit viele neue Unternehmen der WiG entstehen.

Dieses Projekt, wir haben es „internationaler Inkubator“ getauft, wird uns in diesem Jahr beschäftigen und auch hier auf dieser Homepage wird es viel darum gehen. Doch zum Schluss: Was sollten wir uns für 2016 wünschen?

Wir sollten uns gegenseitig mindestens zwei Dinge wünschen: Vor allem sollte dieses Jahr, wie alle Jubiläen, der Erinnerung dienen. Die Erinnerung ist im biblischen Humanismus nicht nur ein Heraufbeschwören des Vergangenen oder eine Sehnsucht danach, sondern es geht darum, mit dem Herzen dahin zurück zu kehren, vor allem mit Blick auf unsere Gemeinschaft. Wir kehren zurück zu den Gründungsimpulsen einer gemeinschaftlichen Erfahrung, zu den großen Verheißungen,Sao Paulo 02 rid zu den Träumen und dem Bund, den wir geschlossen haben. So können wir heute unsere Zusage, unser JA erneuern – als Einzelne und gemeinsam. Den Glauben muss man ständig erneuern, schon der große Edgar Morin hat gesagt: „Das was man nicht regeneriert, erneuert, das degeneriert“. Mein zweiter Wunsch ist, dass 2016 ein Jahr des neuen Aufschwungs wird für die gesamte WiG, aber auch innerhalb der Fokolar-Bewegung. Sie ist die „Krippe“, in die sie hineingeboren wurde. Es gibt viele junge Freunde der Fokolar-Bewegung, die das Projekt gar nicht kennen und vielleicht können auch die „alten Hasen“ die Intiative wieder in einem neuen Licht sehen. Es ist noch immer das gleiche „Kind“ von 1991, auch wenn es inzwischen gewachsen ist, das Haus verlassen hat, vielen Menschen begegnet und gereift ist. Ich wünsche mir, dass es ein Jahr der „Verkündigung von den Dächern“ sein möge, ein Jahr neuen Glaubens daran, dass die WiG nicht nur möglich ist, sondern vor allem nötig ist für unsere Welt, wenn wir wollen, dass unsere Kinder eine bessere Zukunft unter einem schöneren Himmel haben.

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