Die Hauptversammlung zu 20 Jahren WiG

Logo_Brasile_2011_SPaolo_rid2Der 29. Mai in Sao Paolo wurde eröffnet mit einer Zusammenfassung der vorangegangenen Hauptversammlung durch Alberto Ferrucci  (Ungekürzter Beitrag)


Von Alberto Ferrucci

110529_SPaolo_Ferrucci_ridAls Chiara 1991 kurz vor der Landung in Sao Paulo aus dem Flugzeug die vielen Favelas rings um die Wolkenkratzer sah, bat sie Gott - sicher, dass er ihr Gebet erhören würde - einen dritten Weg zu zeigen, der auf den Trümmern des Marxismus und den Ungerechtigkeiten des gegenwärtigen zügellosen Kapitalismus eine nachhaltige Zukunft für die Menschheit im 3. Jahrtausend ermöglichen könnte.

Ein dritter Weg, basierend auf der Sicherheit, dass der Mensch nicht nur von Eigeninteressen geleitet sein darf, sondern dass in seinem Innersten ein Bedürfnis nach einem sinnvolleren Leben erwachsen kann, nach einer persönlichen Verwirklichung, die erreichbar ist durch Beziehungen der Freundschaft, der Geschwisterlichkeit, gegenseitiger Liebe, nachdem man den eigenen Egoismus überwunden hat.

Als sie in der Siedlung der Fokolar-Bewegung in der Nähe von Sao Paulo angekommen war, lancierte sie vor 20 Jahren die “Wirtschaft in Gemeinschaft”. Das bedeutet, die Wirtschaft schon hier auf Erden in der Logik des Himmels zu leben, was der Stolz der Moderne als naiv und utopisch abtut. Ja, sie kannte die Großzügigkeit des brasilianischen Volkes und seine Fähigkeit, Unvorstellbares zu realisieren. Sie wusste, dass das jahrelange Leben nach dem Wort Gottes die Ihren dafür tief geprägt hatte.

Diese Logik aber gründet im innersten Wesen der menschlichen Natur. Das zeigt die Tatsache, dass sie überall in der Welt im privaten Bereich und in den Familien natürlich zum Tragen kommt. Da sind alle Menschen gleich, selbstverständlich wird füreinander gesorgt, indem in den verschiedenen Lebensphasen den gemeinsamen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. In der Sorge für die Schwächsten ist jedes Opfer natürlich.

Heute haben sich hier zusammen mit 1200 Brasilianern 650 Unternehmer, Arbeitnehmer, Wirtschaftsexperten, Studenten und andere, die sich für die WiG interessieren, zu diesem Kongresstag versammelt, die ich herzlich begrüße. Letztere hatten sich bereits in den vier Tagen zuvor zu einem Kongress versammelt und kommen aus 23 brasilianischen Bundestaaten und 39 Ländern: Argentinien, USA,  Südkorea, Elfenbeinküste, Kenia, Rumänien, Kenia, Kanada, Italien, Kamerun, Spanien, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Philippinen, Kroatien, San Salvador, Paraguay, Nigeria, Peru, Bolivien, Chile, Kolumbien, Panama, Niederlande, Belgien, Portugal, Demokratische Republik Kongo, Ungarn, Ecuador, Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen, Irland, Großbritannien, Costa Rica, Mexico, Uruguay und Venezuela sowie aus folgenden Bundestaaten Brasiliens:  Alagoas, Amazonas, Bahia, Cearà, Distrito Federal, Espirito Santo, Maranhâo, Mato Grosso, Minas Gerais, Pará, Paraiba, Paraná, Pernambuco, Piauí, Rio de Janeiro, Rio Grande do Norte , Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Sao Paulo, Sergipe und Tocantins.

Aber es sind nicht nur wir: Dank Internet sind mit uns viele aus der ganzen Welt verbunden, die unsere Veranstaltung live an über 500 Orten weltweit in den verschiedensten Ländern mitverfolgen, auch in solchen, die hier nicht vertreten sind: Auch ihnen allen gilt ein herzlicher Gruß.

Die 650, die aus der ganzen Welt nach Sao Paulo gekommen sind, haben an einer viertägigen Zusammenkunft in der Fokolar-Siedlung in Vargem Grande Paulista teilgenommen. 20 Jahre nach der Lancierung der WiG war es ein Bedürfnis, dort eine internationale Versammlung zu veranstalten, wo sie entstanden ist. Wir haben nachgedacht über das, was bereits realisiert ist, was wir aus den Erfahrungen gelernt haben, und wir haben Strategien entwickelt für die nächsten beiden Jahrzehnte: von 1991 bis 2011 bis 2031.

Es sind Menschen aus vielen Ländern, die Gemeinschaft gelebt haben wie ein einziges Volk, das sich überall in der Welt zu Hause fühlt, weil es alle Bewohner der Erde als Teil der eigenen Familie sieht: ein Volk von Unternehmern, die in der Markwirtschaft mitwirken, Güter produzieren und Dienstleistungen für alle erbringen. Sie nehmen jeden Tag die Herausforderung an, mitten unter allen in ihren Städten zu leben nach der Logik, die im Himmel regiert: “wie im Himmel so auf Erden”.

Sie leben so, nicht nur um die Fülle und den Frieden zu erfahren, der dem verheißen ist, der so lebt, sondern vor allem, um der Welt in ihrer Not und in ihren Schwierigkeiten zu helfen sowie im Streben nach einer nachhaltigen Zukunft. Sie wollen verstehen, dass ein menschliches Zusammenleben möglich ist, das das Privateigentum, die persönliche Initiative und die Versammlungsfreiheit respektiert . Sie tun das durch die Realisierung einer produktiven Gemeinschaft, die niemanden ausgrenzt und die dem Eingreifen Gottes im Wirken des Menschen Raum gibt.

Die vier Tage der Zusammenkunft waren einem regen Austausch konkreter Erfahrungen aus der ganzen Welt gewidmet unter denen, die aktiv in der WiG mitwirken. Sie bildeten den konkreten Hintergrund für das Nachdenken über Grundprinzipien: das Thema der Identität der Betriebe, der Erfahrung der Unternehmen im Wechsel der Generationen, der effizienteren Verwendung der Gewinne, die sie teilen, der Prävention hinsichtlich der Finanzkrise, der Zukunft der kommenden Generationen. 

Die Gestalt des Unternehmers der WiG ist in diesen Tagen besonders ins Licht gerückt worden. Das ist einer, der sich entschließt, der Einladung zu folgen, neue produktive Betriebe und Arbeitsplätze zu schaffen und die Gewinne zu teilen für die Ziele der WiG: die Formung in der “Kultur des Gebens“, die Einbeziehung derer, die ausgegrenzt sind und die als die ersten Nächsten gesehen werden.

Von diesen Unternehmern fordert Chiara, alles zu geben: So hat sie eine neue “Berufung” lanciert, einen Weg für Laien, um sich dadurch zu heiligen. Es ist ein Weg, der fordert, im Betrieb so zu arbeiten, dass Gemeinschaft unter allen entsteht. Dafür bedarf es einer ökonomischen Entwaffnung, das heißt, offene, gegenseitige Beziehungen aufbauen mit den Arbeitnehmern, mit den Lieferanten, den Kunden und Mitbewerbern sowie loyales Verhalten gegenüber den Behörden. Sie lädt damit zu einem wirtschaftlichen Handeln ein, das nicht darauf aus ist, auf Kosten anderer voranzukommen, sondern entschieden für ein gemeinsames Wachsen eintritt.

Diese 20 Jahre des Engagements dieser Unternehmer haben denen in der Wirtschaft mit gutem Willen funktionierende Betriebe, produktive Gewerbeparks, Schulen und Universitäten, wo “neue Menschen” geprägt werden, gezeigt. Es sind konkrete Werke, die einen dritten Weg beschreiten, um die neuen Schwierigkeiten einer sehr komplexen Welt, der Begrenztheit der Natur- und Energieressourcen zu bewältigen im Blick auf eine breite Entwicklung, auf die Umwelt und auf das Stillen der Sehnsucht der jungen Völker, menschenwürdig zu leben, ohne auswandern zu müssen.

Ein namhafter Wirtschaftsexperte, ein Laie, sagte zu Chiara nach einer Zusammenkunft in Straßburg, wo sie die WiG vorgestellt hatte:  Was Sie vorschlagen, ist schwer zu realisieren, aber das ist der einzig mögliche Weg für eine nachhaltige Zukunft.

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