Best practices

Serbien. Das WiG-Projekt Ruski Krstur

Der Landwirtschaftsbetrieb Juarbis in der Wojwodina (Republik Serbien) konnte durch die WiG- „Kultur des Gebens“ etliche Probleme der Ortsgemeinde von Ruski Krstur angehen

Von der Online-Redaktion Focolare.org am 19.09.2012

Ruski_Krstur_ridRuski Krstur ist ein Dorf mit ca. 4000 Einwohnern, Zentrum der ruthenischen Minderheit in Serbien. Die landwirtschaftlich geprägte Region ist durch den Krieg verarmt. Es fehlt an staatlicher Unterstützung und die Auswanderung – vor allem nach Kanada – hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine Gruppe junger Leute wollte das Dorf nicht verlassen. Mit Entschlossenheit setzten sie sich für ihre eigene Zukunft und vieler anderer ein. Ihr Einsatz hatte Erfolg. Hier ihre Geschichte.

In den 90er Jahren entschließen sich die Unternehmer Slavko Rac und Janko Katona, die bereits kleinere Betriebe besaßen, eine Eisdiele zu eröffnen. Da die Gründung Erfolg hat, eröffnen sie eine zweite Eisdiele in einer anderen Stadt und schaffen dadurch Arbeitsplätze für weitere sechs Jugendliche. In der Folge entsteht die Firma Juarbis im landwirtschaftlichen Sektor, die ihr schnelles Wachstum auch staatlichen Subventionen verdankt.

Im Jahr 2008 hat das Unternehmen bereits 40 Mitarbeiter und steht damit an der Spitze der Agrarbetriebe in der Region.

Aber die Krise kehrte wieder“, erzählt Marija Majher, derzeitige Leiterin von Juarbis. „Als 2009 die Milchproduktion begrenzt wurde, verlor das Unternehmen einen Teil seiner sicheren Einkünfte. Es war ein schwerer Schlag, doch wir sind ein eingespieltes Team. Wir arbeiten seit 10 Jahren zusammen und wollten gemeinsam wieder hoch kommen. In all diesen Jahren haben wir uns immer um eine offene Kommunikation mit den 500 Genossenschaftlern bemüht, von denen wir die Milch und die landwirtschaftlichen Produkte beziehen. Bei der Führung des Betriebs ließen wir uns leiten von der ‚Kunst zu lieben‘, die ihre Wurzel im Evangelium hat und uns von Chiara Lubich empfohlen wurde. Auf diese Weise haben wir lebendige Beziehungen mit allen aufbauen können.

Die Intuition von Chiara, die vorsieht, die Gewinne des Betriebs in drei Teile zu teilen und weiterzugeben, wurde ausgebaut: Erstens wurden so neue Arbeitsplätze geschaffen, Zweitens wurde die „Kultur des Gebens“ und der Gemeinschaft bekannt gemacht, indem in der Stadt verschiedene Initiativen im erzieherischen und kulturellen Bereich ins Leben gerufen wurden, drittens wurde in Notsituationen mit konkreten Hilfen und mit Entwicklungsprojekten Unterstützung geleistet.

Zu unserer Überraschung“, fährt Marija Majher fort, „sind zwei von uns mit großer Mehrheit bei den Kommunalwahlen in den Gemeinderat gewählt worden. Das war die Gelegenheit, etwas zu tun für die Menschen, deren Situation von Armut und Leid wir gut kannten. Dabei ließen wir uns leiten von der Erfahrung der ersten Fokolare in der Nachkriegszeit in Trient: sie wollten die sozialen Probleme der Stadt lösen und gingen dabei von den Ärmsten und der Beteiligung der Gemeinschaft aus. Wir wollten diesen Ansatz auf unsere Situation übertragen. Mit unseren drei Betrieben und anderen Freunden der hiesigen Caritas sponsern wir einige Aktivitäten für die Stadt. Dazu gehören ökologische Aktionen oder das Sammeln von Brennholz für kranke oder alte Menschen. Für diese gibt es wöchentliche Treffen zu Gespräch und Unterhaltung und das Angebot der Begleitung beim Arztbesuch. Ein Projekt ist derzeit noch ein Traum: der Bau eines Seniorenheims, das ihren speziellen Bedürfnissen entspricht. So könnte das verlassene Land rund um viele Häuser herum genutzt werden. Für die Kinder und Jugendlichen veranstalteten wir Workshops im Bereich Journalismus, Theater, Kochen und Schmuck sowie Kinderbetreuung mit Spielen und Festen. Die Familie steht im Mittelpunkt unserer Aktivitäten und so haben wir besondere Aktionen durchgeführt, um z.B. einigen Familien zu helfen, die ihr Haus durch Brandstiftung verloren hatten. Anderen wurde die Stromrechnung bezahlt und für eine kinderreiche Familie wurde eine Waschmaschine gekauft. Das Projekt ‚Die Familie für die Familie‘ wendet sich an die gesamte Kommunität vor Ort mit dem Vorschlag, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, um sich gegenseitig zu helfen.“

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