Best practices

Plant-Art: Kunstsinn und Wahrheit im Geschäftsleben

Wie zwei kroatische WiG-Unternehmer einem Betrug ehrlich und professionell begegneten.

Von Sara Fornaro

Veröffentlicht in Città Nuova n.17/2012  am 10.09.2012

Plant-art_01_ridStellen Sie sich vor, Sie hätten ein Gewerbe aufgemacht und Ihr Geschäftspartner macht sich mit dem ganzen Geld aus dem Staub und hinterlässt nur Schulden. Dijana und Peter Fabjan, WiG-Unternehmer aus Kroatien, entschlossen sich, trotzdem weiterzumachen und hart zu arbeiten.  Sie vertrauten der Vorsehung Gottes und teilten Freud und Leid mit den Unternehmern und Firmen, die sich, wie sie, der Idee der Wirtschaft in Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung verschrieben haben.

Djiana (28) und Peter (34) sind seit sechs Jahren verheiratet. Nach der Anstellung in einer Bar entschlossen sie sich, einen Pflanzengroßhandel aufzumachen. Ein Kunde, der auch ihr Partner wurde, hatte ihnen die positiven Seiten dieser neuen Tätigkeit schmackhaft gemacht: Kontakt mit Kunden, die Feiertage frei, Beziehungen in alle Welt...

So entstand das Unternehmen Plant-Art. „Wir wussten, dass wir uns passiv verhalten hatten. Es gab sehr viel unfaire Konkurrenz, doch wir wollten mit Ehrlichkeit arbeiten.“ Dann kam die Flucht ihres Partners, der fast 7000 Euro mitgehen ließ. Das traf sie völlig  unvorbereitet: „Anfangs waren wir wie gelähmt: Ohne Geld und ohne die notwendige Kompetenz“, erinnern sich Dijana und Peter, „aber wir waren nicht allein. Die Verantwortlichen der WiG in Kroatien haben uns moralisch sehr unterstützt und gaben uns einen Umschlag mit 500 Euro.“ Nicht genug, um ihre Schulden zu decken, aber diese Geste gab ihnen Mut, weiter zu machen.

Sie wollten sich weiterhin für eine Wirtschaft zu engagieren, wo menschliche Werte im Mittelpunkt stehen. „Wir alle  suchen ja nach dem Sinn  Fiori_ridseines Lebens“, sagt Dijana. „Ich habe ihn in der Wirtschaft in Gemeinschaft gefunden. Ich war vorher sehr unzufrieden und spürte, dass sich etwas ändern musste. Aber ich wusste nicht wie und was. Dann habe ich Luigino Bruni gehört, der meint, man könne die Welt nicht verändern, wenn man die Wirtschaft nicht ändert. Darin fand ich mich wieder.“

Unsere Zugehörigkeit zur WiG gab uns Sicherheit“, fügt Peter hinzu. „ Zusammen haben wir andere Wege gefunden und ein miteinander geteiltes Problem wurde plötzlich kleiner. Wir sind sicher, dass wir auf dem rechten Weg sind, auch wenn es hart ist. Nur so können wir die Wirtschaft ändern: ohne Betrug, ohne Steuerflucht, durch respektvollen, kollegialen Umgang.“

Trotzdem riskiert man, dass Menschen einem nicht glauben. So kam eines Tages eine Kundin und behauptete, sie hätten sie betrogen. „Es stimmte aber nicht“, erzählt Peter, „ doch sie glaubte uns nicht, ohne dass sie Beweise hatte. Wir waren von ihrem Misstrauen sehr enttäuscht, haben dann aber diese Missverständnisse Gott anvertraut. Nach einem anfänglich kühlen Verhältnis hat sich diese Kundin schließlich entschieden, weiterhin Ware für ihren Bedarf von uns zu beziehen.“

Heute, nach sechs Jahren ist die Firma Plant-Art gewachsen: Es gibt einen neuen Mitarbeiter, man hat einen zweiten Lieferwagen angeschafft. Die Beziehungen unter allen und mit den Kunden sind immer offen und ehrlich: Dijana und Peter Fabijan verkaufen keine alten Blumen als frische und wenn ein Lieferant weniger verlangt, als er sollte, sagen sie es ihm… Jetzt kam ein neues Angebot: die Zusammenarbeit mit einem WiG-Unternehmer in Belgien. „Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit hat uns diese Erfahrung bestärkt“, betonen Dijana und Peter. „Sie motiviert uns, mit großem Vertrauen weiter zu gehen und zu bezeugen, dass diese Kultur der Gemeinschaft die richtige Umgangskultur ist, auf die man bauen muss. Sie ist das einzige im Geschäftsleben, was uns wirklich erfüllt und zufrieden arbeiten lässt.“

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