Best practices

Eine echt königliche Produktion

Von Catherine Sallier

Catherine_Sallier_ridAus  "Economia di Comunione - una cultura nuova" n.35 - Redaktionsbeilage zu Città Nuova Nr.11, Juni 2012

Seit 30 Jahren bin ich professionelle Bienenzüchterin in der Provinz Ardèche in Frankreich. Von meinen Bienenvölkern ernte ich Honig und Pollen, sowie ein weniger bekanntes Produkt, Gelée Royale (Futtersaft für die Königsbiene). Letztes Frühjahr sucht mich Celine, eine junge Kollegin auf und ist völlig fertig: Sie hat im Winter ihre komplette Bienenkultur verloren. Sie fragt mich, ob ich ihr 10 Stämme abgeben könnte für die Produktion von Gelèe Royale. Eine ziemlich anspruchsvolle Anfrage, denn Gelèe Royale ist ein seltenes und teures Produkt aus besonderen Bienenschwärmen, die viel hochqualifizierte Pflege erfordern und besonders gehalten werden, aber man kann schon mit einer kleineren Anzahl Bienenstöcke gute Gewinne erzielen

Auch meine Bienen sind in schlechtem Zustand, und ich zögere mit meiner Antwort. Ich würde ihr gerne helfen, doch habe ich die passenden Bienen? Es gibt eine andere Unwägbarkeit: Ein Schwarm ist noch nicht produktiv und man kennt sein Potenzial noch nicht; im Frühling braucht er rund sechs Wochen bis er als Volk reif dafür ist, während die Herstellungsphase für den Gelèe Royale rund vier Monate andauert. Celine bietet mir an, für mich zu arbeiten, um die Bienenschwärme zu finanzieren, die sie von mir bekommt.

Für einige Wochen kümmere ich mich besonders um die betreffenden Völker und muss feststellen, dass sie nicht rechtzeitig reif und vielleicht nicht einmal gut genug sind. Alveari_Sallier_ridDoch Celine muss mit der Produktion starten. Da wächst in mir eine Entscheidung: Ich will ihr keine unreifen Schwärme, sondern meine eigenen, schon produktiven Bienenvölker abgeben, und sage zu ihr: „Damit kannst du morgen Deine Produktion anfangen.“ Celine ist ganz überwältigt und nimmt die Völker mit nach Hause. Ich bleibe mit meinen Bienenschwärmen zurück ohne die geringste Garantie für eine ausreichende Produktion, zumal mir von Kollegen nicht viel Gutes über ihr genetisches Potenzial zu Ohren kommt.

Nach drei Monaten, es ist August, hat Celine ihr Ziel erreicht und die nötige Menge Gelèe Royale erzeugt. Auch ich hatte eine optimale Saison, alle Schwärme erwiesen sich als gesund und ich hatte sogar einen größeren Ertrag als im Vorjahr.

Ich bin ganz einfach glücklich. Es ist als ob ich ohne die Registriertaste der Kasse arbeiten würde: Wenn man so viel herschenkt, wie man kann und von Tag zu Tag lebt, öffnet sich im rechten Moment die Kasse vom Himmel her. Es gibt sie tatsächlich, die Hand Gottes, das Hundertfache des Evangeliums! Ich stelle fest, dass mich die „Wirtschaft in Gemeinschaft“ im Laufe der Zeit verändert hat: Je mehr du gibst, desto mehr erhältst du zurück! Ich war schon vor der Gründung der WiG bei der Fokolar-Bewegung, aber dann habe ich sofort gemerkt, dass ich für diese Art zu wirtschaften geboren bin, darauf hatte ich immer gewartet. Das bestätigt mir auch dieses Erlebnis…

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