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Eine italienische Unternehmerin zum Weltfrauentag

Radio Vatikan im Interview mit Irene Giordano (09.03.2012)

veröffentlicht in : radiovaticana.org am 9/03/2012

Logo_radiovaticanaEin stärkeres Engagement für die Gleichberechtigung der Geschlechter und speziell für die Frauenrechte kann für alle zum Gewinn werden“, so der Appell des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Ban Ki-moon zum Weltfrauentag am 8. März 2012. In der Welt wächst der Einfluss der Frauen in Politik und Wirtschaft, aber es bleibt noch viel zu tun, so sagt er, vor allem in den ländlichen Regionen, wo für die Entwicklung der Nationen investiert werden muss. Von den vielen Zeugnissen, die wir im Bezug das Leben der Frauen in der Welt zusammengetragen haben, möchten wir eine Unternehmerin aus Süditalien zu Wort kommen lassen, Irene Giordano.

Sie ist Teilhaberin eines Servicebüros für Arbeitsvermittlung im sizilianischen Enna und hat sich zusammen mit 200 anderen italienischen Betrieben der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ der Fokolar-Bewegung angeschlossen, hier im Interview. : Wie interpretiert eine Frau die gegenwärtige Wirtschaftskrise und was sind mögliche Antworten? Das Interview führte Gabriella Ceraso:

Antwort: Meiner Ansicht nach handelt es sich vor allen um eine Krise der Beziehungen, der Fähigkeit zur Gegenseitigkeit in der Beziehung. Sie vermag eine positive Dynamik in den Arbeitsteams, in den Betrieben und so auch im größeren sozialen Kontext zu schaffen. Ich denke, dass diese Krise sicher eine Chance ist, die Gegensätze zwischen den sozialen Schichten neu zu sehen und zu bewerten, die Dynamik zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern. Dazu hat auch die Wirtschaft in Gemeinschaft ein Wort zu sagen.

Frage: Die Wirtschaft in Gemeinschaft, der Sie sich als Unternehmerin angeschlossen haben, sieht die Aufteilung der Gewinne für den Betrieb, für die Ausbildung und für einen Fonds der Solidarität vor. Gelingt es, der Krise die Stirn zu bieten mit dieser Logik, die nicht die der Gewinnmaximierung ist?

Antwort: Statistisch gesehen, ist die Zahl der Betriebe, die sich dem Projekt angeschlossen haben, und die Höhe der Gewinne, die geteilt wurden, im letzten Jahr größer geworden. Irene_Giordano_ridNatürlich gibt es auch Schwierigkeiten, doch augenscheinlich steht die Bereitschaft, mehr auf das Wesentliche zu schauen in der Erwartung der Gegenleistung für die getane Arbeit – mehr zu teilen, Innovationen vorzunehmen und das ganze Potenzial auszuschöpfen, das heißt auch Jugendliche und Behinderte mit einzubeziehen – derzeit ganz im Vordergrund.

Frage:  Wie empfinden Sie das, dass im Süden nur eine von vier Frauen erwerbstätig ist, obwohl 19 Prozent einen akademischen Abschluss haben, im Vergleich zu 12 Prozent bei den Männern. Wie kann man dieser offensichtlichen Vergeudung im Wachstumspotenzial entgegentreten?

Antwort: Sicherlich braucht es mehr Mut. Unverkennbar gibt es im Süden auch weniger Strukturen, nicht so viel Unterstützung für die erwerbstätigen Frauen, und ein wenig sind auch die familiären und sozialen Beziehungen ins Wanken geraten. Für eine Frau ist es sicher noch schwieriger, die Arbeitszeiten mit dem Leben in der Familie zu vereinbaren. Doch das kann man ändern, und ich sehe auch Indizien für einen zunehmenden Wandel.

Frage: Welche Prioritäten würden Sie als Unternehmerin für gesundes Wachstum heute setzen?

Antwort: Es bedarf einer größeren Fähigkeit, sich zu schenken und weniger Erwartungen, weniger Ansprüche zu haben. Die Prioritäten liegen sicherlich im Teilen und dann der Ausbildung viel Raum zu widmen, das heißt im kulturellen Sinne zu wachsen, sich gut zu qualifizieren und zu versuchen, den Wandel auf positive Ziele hin zu steuern.

Frage: Wo liegt dabei die positive Rolle der Frauen?

Antwort: In ihrer Fähigkeit, die Bedürfnisse aufzuzeigen, und in ihrer speziellen Aufmerksamkeit beim Vorschlagen von Vorgehensweisen in der Antwort darauf. In dieser Zeit kann eine höhere Sensibilität sicher dienlich sein.

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