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Zwei Unternehmen: die gleiche Geschichte der Gemeinschaft

Livio Bertola und Enrica Bruneri, zwei Unternehmer, die der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ angeschlossen sind, leiten beide eine Firma, die von ihren Eltern gegründet worden ist.

Veröffentlicht in Focolare.org am 21/03/2016

Famiglia Bertola rid„Seit über 40 Jahren – so stellt sich Livio aus Cuneo (Italien) vor – leite ich unser Familienunternehmen, bei dem auch meine Frau, unsere vier Kinder und meine Schwester im Ausland im Vorstand sitzen. Zusammen mit 28 Angestellten kümmern wir uns um die galvanische Aufbereitung von Lenkern, Tanks, Auspüffen, Autoteilen, Fitnessgeräten usw. Es geht vor allem um den Schutz vor Korrosion. Seit einigen Jahren richten wir uns an den Prinzipien der ‚Wirtschaft in Gemeinschaft‘ aus, ein Projekt, das die Notwendigkeit, Profit zu machen mit der Hilfe für Bedürftige verbindet und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Und das im Hinblick auf die Mitarbeiter, die Gesellschafter, die Kunden, die Zulieferer und auch die Konkurrenten.

Nach einer langen Zeit des fast permanenten Wachstums traf uns die Finanzkrise mit voller Wucht. Natürlich geben wir uns nicht Bertola Srl rid geschlagen, sondern versuchen alles, um neue Kunden zu gewinnen und bleiben auch der ‚Wirtschaft in Gemeinschaft‘ treu.

2014 haben wir drei Vertreter einer wichtigen deutschen Automobilgruppe zu Besuch, die wir natürlich gern als Kunden hätten. Nach der technischen Vorstellung der Firma durch unsere Kinder und andere Mitarbeiter erzählen wir auch von der ‚Wirtschaft in Gemeinschaft‘ und ihrer Entwicklung in der Welt, nachdem wir gemerkt haben, dass sie neugierig geworden sind. Wir berichten auch von der europäischen Gründung der AIEC und in Italien der AIPEC (deren Präsident ich bin), zwei Unternehmerverbände, die sich an der ‚Kultur des Gebens‘ orientieren. Am Ende machen sie uns einen interessanten Geschäftsvorschlag (der heute noch andauert) und kommentieren: ‚Wir wundern uns, dass es euch als kleiner Firma gelungen ist, einen so komplexen Prozess der Galvanisierung zu verwirklichen.“

Das liegt sicher an einer jahrzehntelangen Erfahrung und unserem System der Bearbeitung, aber auch an der Tatsache, dass wir trotz der Wirtschaftskrise einige Migranten eingestellt haben und zwei junge Leute, die aus verschiedenen Gründen ernsthafte Schwierigkeiten haben. Wir alle bemühen uns, untereinander Beziehungen der Geschwisterlichkeit zu leben, auch außerhalb der Arbeitszeit. Und dann, so glauben wir, liegt es auch daran, dass wir immer die Beziehungen zu allen bevorzugen, und einen gesunden Abstand halten zum Profit um jeden Preis.“

Enrica Bruneri rid

Ich verwalte einen Betrieb mechanischer Fertigung und Verarbeitung“, fährt Enrica aus Turin (Italien) fort. Auch wir haben 28 Angestellte. Mein Vater, mit dem ich schon sehr früh zusammen gearbeitet habe, hat mir seine Werte vermittelt: Teilen, Opfergeist und die Anstrengung, immer besser zu werden. 2000 haben wir die Verkäuferinnen auf ein Minimum beschränkt, aber wir haben niemanden entlassen und an Weihnachten haben wir die 13. Monatsgehälter aus eigener Tasche bezahlt, weil die Firma das Geld nicht hatte. 2003 bekamen wir einen großen Auftrag aus dem Ausland. Mein Vater und ich haben uns voll in die Sache hinein gestürzt und auch die Angestellten in die Verantwortung mit hinein genommen. Wir haben hart gearbeitet, um das Vertrauen der Banken zu gewinnen, der Zulieferer und Kunden. Der Zusammenhalt der Firma ist dabei ausschlaggebend. Drei Monate später erfasst uns die Krise und meinen Vater trifft eine schwere Krankheit. Gott sei Dank kann ich mit der Hilfe vieler rechnen und nach eineinhalb Jahren Kurzarbeit sind alle wieder in der Firma voll beschäftigt. Aber ich bin sehr müde und niedergeschlagen.

Da erfahre ich von AIPEC. Der Verband wurde 2012 gegründet. Convegno AIPEC 01 ridIch lerne Unternehmer kennen, die nach der ‘Kultur des Gebens’ leben wollen. Ich gehe zu ihren Treffen und berate mich mit ihnen. Ich fühle mich verstanden, ermutigt, gut beraten bis zu dem Punkt, dass ich jetzt eine Aufgabe in der Leitung des Verbandes übernommen habe. Ich empfinde es als große Chance, dass man sich total für die wirtschaftliche Sicherheit eines Unternehmens einsetzt, aber gleichzeitig Beziehungen pflegt, zuhört, und konkret hilft. Diese Frucht bleibt, unabhängig von allen Krisen dieser Zeit.“

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